Alles eine Frage der Sichtweise

Die Wohnung über unserer steht schon seit 2 1/2 Jahren leer. Seit 2 Wochen ungewohnte Geräusche von oben. Grundlegende Wohnungsmodernisierung. Elektrik, Sanitär, Böden, Tapeten. Alle Gewerbe kommen zum Zuge.

Katerchen – schlau wie immer – schützt sich ganz professionell, indem er sich gefühlt in Luft auflöst. Er verkrümelt sich unter die Tagesdecke des Gästebetts und ist einfach nicht da.

Die Nachbarn von unten meinten: „Warten Sie nur ab, das wird richtig laut.“ Plattenbau aus frühen DDR-Jahren. Rumpelschall wird excellent übertragen.

Wie ich inzwischen weiß, fangen die Kollegen um 7 Uhr an. Für mich Eule gefühlt um Mitternacht. Da mein Schlaf extrem fest ist, fällt mir das Aufstehen trotz mehrerer & verschiedenster Wecker sehr schwer. Nicht mehr so seit 14 Tagen. Diese Geräusche kann man nicht überhören. Nicht mal ich, hüstel. So komm ich hoch & hab viel mehr Zeit, freu.

Beim Schnattern mit Freunden meinte ich schon: „Kann man die Jungs irgendwo buchen?“ Und noch einen weiteren positiven Nebeneffekt hat das Ganze. Lärm kommt jetzt natürlich immer aus der Bauwohnung. Schmunzel.

Also von mir aus dürfen die Bauarbeiten gern noch ein Weilchen dauern. So bekomm ich endlich meinen Biorhythmus zurückgedreht. Dankeschön!

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Mehr Meer …

Eisige Schritte,

brodelnde Gischt,

salziger Frieden,

kreischende Möwen.

Meerliebe

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Verlassenes Fahrwasser

Manchmal ist das Leben ein vom Herbststurm aufgewühltes Meer. Den eigenen Kurs zu halten, fast unmöglich. Auf ein Wellental folgt ein Berg. Schwierig nur – zu vertrauen – DASS auch der nächste Berg kommt – im Tal.

Vertrauen entwickeln in das Schicksal, darin, dass alles einen Sinn hat, auch wenn er sich in diesem Moment nicht erschließt.

Was war das für ein facettenreiches Jahr? Ein Geschäft mit abgewickelt, ein privater Umzug, eine Trennung. Ruhiges Fahrwasser ist anders.

Ich habe viel gelernt; über mich, Beziehungen, über andere Menschen und versandete Häfen. Auch – dass ich manches nicht verstehen kann und vielleicht auch nie werde. Sehr dankbar bin ich dafür, wie viel Glück ich im Leben bisher hatte.

Bei solchen Grundberührungen so kostbar – ein funktionierendes Netzwerk aus Freunden, Familie, lieben Nachbarn und Kollegen.

Gerade in den dunklen Wellentälern werden sie zu imaginären und realen Rettungsringen. Rücken den schief liegenden Kopf wieder gerade. Jeder auf seine ganz eigene Art.

Einer reduziert die Alltagslast, indem er ungeliebte Aufgaben übernimmt und mir so Zeit schenkt, der andere hält mich einfach nur still im Arm, wenn Trauer & Wut über mir zusammenzuschwappen drohen. Der nächste trocknet Tränen, ein anderer gibt gute Tipps und hilft ganz praktisch und wieder ein anderer leiht sein Ohr und stoppt Gedankenstrudel. Oder aber – er bringt mich – im besten Fall – sogar zum Lachen. Oft unter einem Tränenschleier. Wie gut das tut!

Wege gehen, die man nicht gehen möchte, schmerzt – um dann Stück für Stück zu merken, dass es die richtigen sind. Ganz langsam wieder Selbstbewusstsein & Lebensfreude entwickeln, weil die belastende Situation vorbei ist. Körper und Seele können anfangen zu heilen.

Neue Wege finden & gehen, auch wenn der Anfang oft steinig und schwer ist. Noch einmal von vorn anfangen. Ziele entwickeln, sich auf seine Träume besinnen, reflektieren und sich entspannt wieder auf Zuhause freuen. Frieden, Glück.

So soll es sich anfühlen, dieses Leben.

… Wie meinte eine Freundin? „Den Panzer brauchst du jetzt nicht mehr.“ Wie wahr.

Sich schmerzfrei bewegen, sich wohl fühlen im eigenen Körper, wieder Spaß an Sport. Da geht auch weiter noch was.

Die Wohnung endlich jener Kraftort, den ich mir schon immer wünschte. Mit lieben Nachbarn, immer einer offenen Tür für Freunde und Familie, häufigem Besuch, fröhlichem Lachen & Stille bei flackerndem Kerzenlicht. Platz und Zeit für die Momente, die mir wichtig sind. Das ist Zuhause für mich.

Die Puzzleteile der Seele wieder einsammeln, sie achtsam zu einem Ganzen zusammenfügen. Das Herz reparieren, Raum schaffen für Neues, damit die Fahrwassertonnen wieder links und rechts des Lebensweges liegen.

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