Ku… Was? Moment!

Gestern Abend hab‘ ich es auch hier entdeckt, ein Kumoncenter. Den vertrauten schwarzen Schriftzug auf türkisfarbenem Grund mit dem nachdenklichen Gesicht. 

Freundlich und hell sah es aus. Niegelnagelneu. Drinnen saß ein Mann, wahrscheinlich der Instruktor. Geduldig beantwortete er Fragen am Telefon. Das Lerncenter ist ganz nah bei „meiner“ alten Schule, die heute Innerstädtisches Gymnasium heißt, damals 1. EOS ( Erweiterte Oberschule). Um die Ecke eine Grundschule. St. Georg glaub ich. 

  

Und ganz plötzlich kamen sie hoch – die Erinnerungen. An damals. Mein Zwergenkind war 7 Jahre alt und noch nicht lange ein Schulkind. Im letzten halben Jahr hatte es sich verändert. Aus dem fröhlichen, neugierigen Kindergartenkind war ein gelangweiltes Schulkind geworden. Der Glanz in seinen Augen war verschwunden. Es wollte lernen, aber da – in der Schule – malten die anderen Kinder Zahlen, während es sich für die Division interessierte.
Anders war es schon immer. Als Baby kaum zu beruhigen, faszinierte es ganz früh seinen Kinderarzt mit einem ganz intensiven, durchdringenden Blick. Für mich ganz normal, für den erfahrenen polnischen Arzt ein Phänomen. Zwergi entwickelte sich schnell, lernte früh reden, tanzte leidenschaftlich. Mit 4 1/2 brachte es sich selbst Lesen bei, bekam einen Tobsuchtsanfall, weil seine beste Freundin es nicht glaubte; das Schreiben folgte bald. Aufgeweckt saugte es wie ein Schwamm alles auf, was in seiner Umgebung passierte. In diesem Alter schon einschulen? Vor 13 Jahren undenkbar. In staatlichen Schulen mit 30 Kindern wäre es untergegangen, für eine private Schule fehlten die Mittel.

Ich suchte nach Input für diesen kleinen, schlauen Kopf. Stieß im Internet auf eine japanische Lernmethode, die ein Vater für seinen Sohn entwickelt hatte. Der hatte Probleme in Mathe. Irgendwann in den 50’er Jahren. Er ließ ihn in kleinen, ganz individuellen Portionen selbstständig lernen. Jeden Tag. Daraus wurde ein System, nach dem heute mehr als 4 Millionen Kids auf allen Kontinenten lernen. Sie lernen in eigenem Tempo. Unterstützt von Instruktor und Eltern. Die Kinder erarbeiten sich nach und nach Mathe und heute auch Englisch. 

Die Methode interessierte mich, ich nahm Kontakt auf. Schnell kam eine Antwort. So wurde das Zwergenkind Kumonschüler. Zweimal die Woche ging es ins Lerncenter, erledigte dort seine Aufgaben, bekam neue auch für Zuhause mit. Die Mitarbeiter vom Kumoncenter motivierten – und –  machten aus dem gelangweilten Schüler schnell wieder ein neugieriges, fröhliches Kind. Es fand seinen ganz eigenen Weg zu lernen, außerhalb der Grundschule. Selbstständig. Jeden Tag arbeitete es zuhause etwa 15 bis 30 min. Im Flieger, am Strand, überall war die Kumon-Mappe dabei. Ich „markierte“ nur. Wies auf Fehler hin. Gefunden hat es sie ganz allein. 

Die Langeweile in der Schule war plötzlich unwichtig geworden. Input war ja da. Woanders. Gelernt hat es durch Kumon nicht nur Mathe. Selbstständig arbeiten und nicht zuletzt auch Selbstbewusstsein. Für Mathearbeiten brauchte es nicht lernen. Zwergi zeigte den anderen oft, wie es geht. Hörte oft: „Du kannst das wenigstens erklären!“ 

Was ist Kumon? Nachhilfe? Auch, aber mehr als das. Eigentlich eher Denksport für kleine und große, für Lernbehinderte, Anschlussverpasste und Hochbegabte. Oder einfach Kinder, die ihre Englischzensur verbessern wollen oder Spaß an Zahlen haben. Die Kleinsten machen Schwungübungen, die Großen bereiten sich auf’s Abi vor. Neben viel Motivation  und Ansporn gibt es als kleine Anerkennung Urkunden. 

Übrigens, dieses Jahr macht auch das ehemalige Zwergenkind sein Abitur – mit 17 – ohne die üblichen Matheprobleme, trotz eines Klassensprungs auf Anraten der Schule und einem Bundeslandwechsel. Danke Kumon.

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Lichtzauber

Gestern war es endlich so weit. Start in den Urlaub. Am ersten Tag noch die üblichen 1000 Erledigungen, damit es bald losgehen kann. Danach wundgelaufene Füße & Energielevel Null. Das hat geschlaucht.

Einkaufsmarathon geschafft. Alles ergattert. Ab zum Auto. Nanu? Stau am Ausgang des Einkaufscenters. Warum eigentlich? Die Leute draußen direkt vor der Drehtür bleiben staunend stehen, den Blick gen Himmel gerichtet. Strahlende Augen, lächelnde Gesichter.

Und dann sogar ein doppelter Regenbogen mit gespiegelten Farben.

Das schafft nur Mutter Natur. Binnen Sekunden steigt die Laune & das Hamsterrad der Routine verliert seine Bedeutung. Ein kleines Wunder des Alltags.

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Tierische Ostern

Einen ganz geruhsamen Ausklang des dieses Jahr ganz besonders trubeligen Festes gab es heute im Natur- und Umweltpark Güstrow. Noch vor dem Eingang empfing uns bei strahlendem Sonnenschein das erste Osterlamm.

Neugierig bestaunte es das wunderbare Wetter, gut behütet von den Großen.

Ostern wurde nicht nur unter Menschen gefeiert.

Und während die Fische im Aquatunnel noch feierten, waren die Weißstörche schon emsig mit dem Brüten beschäftigt.

Immer auf der Hut die direkten Nachbarn – Familie Damwild.

Die Wölfe sind wegen ganz untierischer Umbaumaßnahmen nicht so leicht zu entdecken ( in ihrem Gehege werden neue Kletterbrücken für die Besucher errichtet ). Dessen ungeachtet genießt Meister Petz nebenan die warme Ostersonne.

Ein ganz entspannter, tierischer Ostermontag.

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